Aktuelles
08.06.2009
Baustelle Zukunft: Bau der Erdgasleitung OPAL bietet Freiberger Studenten Einblicke in die Praxis
Bildungskooperation zwischen Bergakademie und WINGAS-Gruppe geschlossen / Sächsischer Finanzminister würdigt Zusammenarbeit / Bauarbeiten sollen starten

Symbolisches Signieren eines original OPAL-Pipelinerohres
Freiberg, 8. Juni 2009. Die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) ist mit einer Länge von rund 470 Kilometern und einer Investition von einer Milliarde Euro nicht nur eines der größten Erdgasinfrastrukturprojekte in Europa. Mit einer jetzt zwischen der Technische Universität Bergakademie Freiberg sowie der WINGAS und der zur WINGAS-Gruppe gehörenden OPAL NEL TRANSPORT GmbH geschlossenen Bildungskooperation profitieren auch die Studenten der Hochschule vom Bau der Pipeline, die nur wenige Kilometer von Freiberg entfernt in Richtung Tschechien verlaufen wird. "Die Dimension des Projektes und die bautechnischen Herausforderungen bieten für angehende Ingenieure eine einmalige Gelegenheit, theoretisch erlerntes Wissen um berufsrelevante Praxiserfahrung zu erweitern", erklärte Prof. Bernd Meyer, Rektor der renommierten Hochschule. Die Zusammenarbeit zwischen der TU Freiberg und den Unternehmen wurde symbolisch mit dem Signieren eines original OPAL-Pipelinerohres, das auf dem Campus der Universität einen Platz gefunden hat, besiegelt.
"Die Freiberger Studenten erhalten mit dieser Kooperation Einblicke in die Aktivitäten einer Wirtschaftsbranche, die auf einen gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen ist und qualifizierte Arbeitsplätze in den unterschiedlichsten Bereichen bietet", würdigte der Finanzminister Sachsens, Prof. Georg Unland die Zusammenarbeit zwischen der Bergakademie und den Unternehmen. "Die Bildungskooperation zeigt, dass wir die OPAL nicht nur wegen der energiewirtschaftlichen Bedeutung als ,Baustelle Zukunft' verstehen, sagte Dr. Gerhard König, Geschäftsführer der WINGAS, bei der Vertragsunterzeichnung: "Wir hoffen, die Studenten der Bergakademie für die Arbeit in unserer Branche weiter begeistern zu können." Das Unternehmen beschäftigt bereits einige Absolventen der Universität. "Mit den bisher guten Erfahrungen, die wir mit ehemaligen Studenten der Bergakademie gemacht haben, wollen wir weiter auf Ausbildung "Made in Freiberg" setzen", bekannte König.
Im Zuge der Kooperation fördern WINGAS und OPAL NEL TRANSPORT Diplomarbeiten, Ingenieurpraktika und ermöglichen den Studenten der Bergakademie, unterschiedliche Phasen und Bauabschnitte der OPAL zu erkunden.
200 Millionen Euro für Bau allein in Sachsen
Die OPAL hat eine Kapazität von 36 Milliarden Kubikmeter Erdgas und soll Deutschland und Europa über die Ostseepipeline Nord Stream mit den großen sibirischen Erdgaslagerstätten verbinden. Die geplante Erdgastrasse führt von Lubmin an der Ostseeküste, dem Anlandepunkt der Nord Stream, bis nach Tschechien. Auf diesem Weg quert die OPAL die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. "Ein Viertel des gesamten Imports russischen Erdgases wird über Ostdeutschland in die europäischen Märkte transportiert", erläutert der WINGAS-Geschäftsführer. "Die Region ist damit schon heute eine der bedeutendsten Drehscheiben für den europäischen Erdgastransport - und unverzichtbar für die europäische Erdgasversorgung." Mit der Nord Stream und der OPAL werde die Bedeutung weiter zunehmen. Allein für die rund 100 Kilometer lange Pipelinetrasse in Sachsen sind Investitionen von ca. 200 Millionen Euro vorgesehen, die für den Bau der Leitung ausgesuchten Spezialfirmen greifen dabei für zahlreiche Arbeiten und Dienstleistungen auf regionale Unternehmen zurück. "Mit der Erdgasleitung OPAL wird die Erdgasversorgung in Europa gestärkt. Und es freut mich, wenn von dieser Investition auch die regionale Wirtschaft in Sachsen profitieren kann", erläuterte der Finanzminister Sachsens.
Die Bauarbeiten für die Pipeline sollen in diesem Sommer starten. "Die Planfeststellungsverfahren, die mit der Planfeststellung - der eigentlichen Baugenehmigung - enden, stehen kurz vor dem Abschluss. In Sachsen und in Mecklenburg-Vorpommern erwarten wir die Genehmigung in den nächsten Wochen", bekräftigte König. Auch für die Entscheidung der EU-Kommission über den Antrag, die OPAL aus der Regulierung auszunehmen, ist der WINGAS-Geschäftsführer optimistisch: "Mit dem positiven Bescheid unseres Antrags, die OPAL aus dem engen Korsett der Regulierung auszunehmen, hat die Bundesnetzagentur dazu beigetragen, sichere und stabile Rahmenbedingungen für die Realisierung der OPAL zu schaffen. Ich bin zuversichtlich, dass die EU-Kommission der Argumentation der Bundesnetzagentur folgt und die Entscheidung der deutschen Behörde bestätigt." Die Entscheidung der Kommission soll in diesem Monat bekannt gegeben werden.
Die TU Bergakademie Freiberg betreibt bis heute erfolgreich das, wofür sie 1765 gegründet wurde: praxisnahe Ausbildung und Forschung, die sich an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert. Ihr klares Profil in den vier Gebieten Geo, Material/Werkstoffe, Energie und Umwelt greift die aktuellen Themen einer modernen Industrienation auf. Dieses Profil garantiert in den natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen eine Ausbildung auf höchstem Niveau. Ihre 4850 Studierenden bescheinigen der TU Bergakademie Freiberg dabei regelmäßig in Rankings hervorragende Studienbedingungen und eine persönliche Betreuung. Das heutige Profil der Freiberger Universität wird ganz entscheidend von der Forschung geprägt, wobei die Kooperation mit der Industrie und anderen Forschungseinrichtungen sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Institute an der Hochschule eine wichtige Rolle spielen.
Weitere Informationen unter: www.tu-freiberg.de
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