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20.08.2009
IEA: Erdgas gewinnt in der Krise an Bedeutung
Im Interview hebt Ian Cronshaw, Leiter der Abteilung Energiediversifizierung bei der Internationalen Energie Agentur (IEA) in Paris, die wachsende Bedeutung des umweltschonensten aller fossiler Brennstoffe hevor. Die IEA agiert als energiepolitischer Ratgeber der Regierungen der 30 OECD-Mitgliedsstaaten.
Welche Auswirkungen hat die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Gasmarkt?
Cronshaw: Zweifellos wirkt sich die Krise auf den weltweiten Gasmarkt aus. Das betrifft vor allem wichtige Absatzmärkte wie Europa, die USA oder Japan. Wir erleben derzeit in einigen Regionen der Welt Nachfrage-Einbrüche im zweistelligen Bereich, der Preisverfall beträgt teilweise bis zu 75 Prozent. Das kann Konsequenzen auf künftige Investitionen haben. Die gestiegenen Schwierigkeiten für die Gasförderung verstärken diese Entwicklung. Gas ist im letzten Jahrzehnt zur bevorzugten Art der Energiegewinnung in den OECD-Staaten geworden. Fallende Gas- und Kohlepreise und die globale Rezession werden voraussichtlich mehr als alles andere die Bedeutung von Erdgas vergrößern.
Wie sicher ist Europas Versorgung?
Cronshaw: Eine wichtige Rolle für die künftige Versorgungssicherheit werden die Entscheidungen über die großen Pipelineprojekte wie Nord Stream, South Stream oder Nabucco spielen. Europa braucht zusätzliche alternative Versorgungswege, um den prognostiziert wachsenden Energiebedarf decken zu können.
Und wie zuverlässig ist Russland?
Cronshaw: Russland ist seit über 40 Jahren ein zuverlässiger und wichtiger Energielieferant. Selbst während des Kalten Krieges hielt man die Verpflichtungen ein. Die jüngsten Transitkonflikte mit der Ukraine haben auch Russlands Ruf geschadet. Auch darf man nicht vergessen, Russland selbst zählt zu den größten Gasverbrauchern der Welt. Das Land unternimmt zwar große Anstrengungen, um weiterhin eine sichere Versorgung zu garantieren, was große Investitionsprojekte wie Nord Stream oder Jamal zeigen. Aber auch Russland leidet unter der globalen Rezession. Trotzdem wird Russland auch künftig für Europa ein wichtiger Partner bleiben.
Quelle: GASWINNER
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