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22.10.2009
Archäologen stoßen auf 2000 Jahre altes Gräberfeld

Arbeiten an der Erdgasleitung OPAL geben Bodenschätze in Mecklenburg-Vorpommern frei.


Steinfurth/Kassel. Bei den Bauarbeiten für die OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) in Mecklenburg Vorpommern sind Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege auf Bodenschätze gestoßen: In Steinfurth bei Karlsburg (Landkreis Ostvorpommern) entdeckten die Archäologen ein über 2000 Jahre altes Gräberfeld. „Wir hatten bereits in den Voruntersuchungen die Flächen rechts und links von diesem Fund sondiert, sind aber erst jetzt bei den Bau begleitenden Untersuchungen auf dieses Gräberfeld gestoßen“, berichtet Grabungsleiter Dominik Forler. „Urnenfelder in diesem Erhaltungszustand sind sehr selten zu finden und daher von besonderer Bedeutung.“ Das Gräberfeld in Mecklenburg-Vorpommern ist einer der wertvollsten Funde auf der Trasse der Erdgasleitung OPAL.

Die 30 bis 50 Urnen stammen aus der vorrömischen Eisenzeit und datieren auf das 2. und 1. Jahrhundert vor Christus. „Es handelt sich um Bestattungen mit und ohne Steinschutz, das heißt die Urnen sind teilweise mit einem Stein als Deckel versehen“, erklärt Forler. Der hierdurch geschützte Urneninhalt wird – nachdem die Gefäße vor Ort gezeichnet, fotografiert und geborgen worden sind – im Anschluss in der Werkstatt des Landesamtes freigelegt. Hiervon versprechen sich die Archäologen den Fund von Grabbeigaben, so zum Beispiel Gewandnadeln wie sie zu der damaligen Zeit üblich waren. 

Der Bau einer jeden Erdgasleitung bietet für die Archäologen einen einmaligen Blick unter die Erdoberfläche. Schon bevor die Leitungsarbeiten überhaupt begonnen haben, waren die Denkmalpfleger auf den gut 100 Kilometern der OPAL in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und haben insgesamt 53 Flächen ausgegraben. Darunter befinden sich so beachtenswerte Funde wie eine kaiserzeitliche Siedlungskammer aus den Jahren Null bis 370 nach Christi nahe Wrangelsburg südlich von Greifswald oder die gut erhaltenen Brunnen und Ofenanlagen aus der vor¬römischen Eisen- und der römischen Kaiserzeit in der Nähe von Pasewalk. Aber auch wenn die Bauarbeiten bereits begonnen haben, begleiten die Archäologen diese in enger Abstimmung mit der Bauleitung. So gelingt es, möglichst alle im Bereich der geplanten Trasse befindlichen Zeitzeugen weitestgehend zu bergen und zu bewahren. Einen ersten Eindruck vermittelt eine Ausstellung, die ab dem 19. November im Museum im Steintor in Anklam gastiert: Interessierte können hier eine Auswahl der schönsten Funde auf der OPAL-Trasse bewundern.  

Mit einer Kapazität von 36 Milliarden Kubikmeter Erdgas ist die rund 470 Kilometer lange OPAL-Leitung eine der größten deutschen Energie-Infrastrukturmaßnahmen der vergangenen Jahre. Die Pipeline soll die durch die Ostsee führende Erdgasleitung Nord Stream mit dem europäischen Erdgas¬leitungssystem verbinden und führt von Lubmin bei Greifswald durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis in die Tschechische Republik. Die Pipeline wird von WINGAS im Auftrag der OPAL NEL TRANSPORT GmbH und E.ON Ruhrgas AG gebaut. Die Inbetrieb¬nahme der Leitung ist für Herbst 2011 geplant.



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