Aktuelles
04.02.2009
Raumordnungsverfahren für Erdgasleitung OPAL im nördlichen Teil Brandenburgs abgeschlossen
Weiterer Fortschritt für europäisches Erdgasinfrastrukturprojekt / forsa-Umfrage: Drei Viertel der Anwohner befürworten Bau der OPAL
Potsdam / Kassel. Das Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg hat jetzt (3. Februar 2009) das Raumordnungsverfahren für den 148 Kilometer langen Trassenkorridor in den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree mit einer positiven Beurteilung abgeschlossen. „Im Ergebnis des Raumordnungsverfahrens wird für den zur Prüfung eingereichten Hauptkorridor sowie für die kleinräumigen Varianten festgestellt, dass bei Umsetzung der erteilten Maßgaben eine Vereinbarkeit mit den Erfordernissen der Raumordnung gegeben ist“, teilte das Ministerium mit. Der Abschluss des Raumordnungsverfahrens für den südlichen Bereich des Landes bis zur Grenze zu Sachsen wird im Frühjahr erwartet. Planerisch zeichnet sich ab, dass die Trassenvariante mit einem Verdichterstandort Radeland im Bereich Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) als raumverträglich beurteilt werden kann. Das behördliche Verfahren ist die Entscheidungsgrundlage für das darauf folgende Planfeststellungsverfahren. Mit der OPAL soll die Ostseepipeline Nord Stream mit dem europäischen Erdgasnetz verbunden werden. Von Lubmin bei Greifswald führt der geplante Trassenverlauf der OPAL über rund 470 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis auf die deutsch-tschechische Grenze.
„Mit dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens im nördlichen Bereich Brandenburgs sind wir einen weiteren wichtigen Schritt zur Realisierung des Gesamtvorhabens Nord Stream voran gekommen“, erklärt Ingo Neubert, Geschäftsführer der OPAL NEL TRANSPORT GmbH. Die Gesellschaft ist als einer der Betreiber der beiden geplanten Nord Stream-Anbindungsleitungen OPAL und NEL (Norddeutsche Erdgas-Leitung) vorgesehen. „Zur sicheren Versorgung mit Energie ist Europa immer stärker auf Erdgasimporte angewiesen. Einen wesentlichen Beitrag zum Transport des Erdgases nach Europa kann dieses Energieinfrastrukturprojekt leisten.“ Während die Pipeline OPAL Erdgas Richtung Süden transportieren soll, ist geplant, die rund 440 Kilometer lange NEL bis nach Rehden in Niedersachsen zu führen. Allein der Bau der OPAL ist mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro verbunden – und wird in einer Bruchteilsgemeinschaft von WINGAS und E.ON Ruhrgas realisiert. Neubert: „Dieses rund 470 Kilometer lange Bauvorhaben bringt nicht nur regionale Impulse in den jeweiligen Bundesländern, sondern nutzt der gesamten deutschen Wirtschaft. Gerade in diesen ökonomisch schwierigen Zeiten können solche Investitionen einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise leisten.“
Der Pipelinebau der OPAL kann noch in diesem Jahr starten. Nach dem Abschluss der Raumordnungsverfahren in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, laufen hier jetzt die Planfeststellungsverfahren. Mit einem Abschluss dieser Verfahren wird in den ersten Monaten des Jahres 2009 gerechnet. Im Bereich Brandenburg soll das Plan-feststellungsverfahren zeitnah nach Abschluss der Raumordnungsverfahren beginnen. Die geplante Pipeline OPAL führt in Brandenburg über rund 270 Kilometer von der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern zwischen Pasewalk (Landkreis Uecker-Randow) und Prenzlau (Landkreis Uckermark) bis zur sächsischen Landesgrenze bei Ortrand im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Im Rahmen der Raumordnungsverfahren wird das Vorhaben neben einer Raumverträglichkeitsprüfung auch einer Umwelt-verträglichkeitsprüfung unterzogen. Im Anschluss an das Raumordnungs-verfahren führt das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg das Planfeststellungsverfahren für die Erdgasleitung durch.
forsa-Umfrage: Mehrheit für den Bau der OPAL
Eine deutliche Mehrheit (73 Prozent) der Bürger in den drei Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen, durch die die neue Erdgasleitung OPAL führen soll, ist für den Bau der Pipeline. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Berliner Meinungsforschungsinstituts forsa bei mehr als 1000 Anwohnern, die in 12 Landkreisen in der Nähe zum geplanten Trassenkorridor der OPAL leben. In den drei Bundesländern weicht die positive Grundhaltung kaum voneinander ab. 72 Prozent der betroffenen Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern befürworten die OPAL als positiven Beitrag zur Versorgungssicherheit, ähnlich wie in Sachsen (73 Prozent). Eine deutliche Mehrheit (65 Prozent) teilt diese Ansicht auch in Brandenburg. Von OPAL erhofft sich die Mehrheit der Bürger in Mecklenburg-Vorpommern (57 Prozent) ähnlich wie in Brandenburg (52 Prozent) Vorteile für ihr eigenes Bundesland. Spitzenreiter ist Sachsen mit 63 Prozent. Immerhin 61 Prozent in Brandenburg sind überzeugt, dass OPAL die Energieversorgung in ihrem Bundesland verbessern wird – in Sachsen sind es 66 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 58 Prozent.
Die OPAL NEL TRANSPORT GmbH übernimmt für die Erdgasfernleitungen OPAL und NEL die Aufgaben des Netzbetreibers. Sie ist Teil der WINGAS-Gruppe, zu der neben dem Erdgasversorger WINGAS auch die WINGAS TRANSPORT gehört, die ein deutschlandweites über 2.000 Kilometer langes Gasfernleitungsnetz betreibt. Es ist vorgesehen, dass die beiden neuen Pipelines der OPAL NEL TRANSPORT mit dem Gasfernleitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbunden werden.
Alle Nachrichten










