Versorgung in Europa

Die Bedeutung von Erdgas im Energiemix hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Der umweltfreundlichste aller fossilen Brennstoffe macht in der EU mittlerweile rund ein Viertel des Primärenergieverbrauchs aus. Bisher konnten auch europäische Erdgasreserven genutzt werden, um die europäische Nachfrage an Erdgas zu bedienen – doch die Eigenproduktion von Erdgas wird mangels neuer substantieller Erdgasfelder immer geringer. Daher spielt die Sicherung von Erdgasimporten eine zunehmende Rolle in der zukünftigen Energieversorgung in der EU.

 

Steigender Importbedarf

Den hohen Bedarf an Erdgasimporten nach Europa belegen die Statistiken: Bereits heute gehören die Mitgliedsstaaten der EU zu den größten Importeuren von Erdgas. Sie decken etwa die Hälfte ihres Erdgasbedarfs im Ausland. Ein Ausblick in das Jahr 2015 zeigt, dass sich der Trend bereits mittelfristig verschärft. Selbst einer der großen europäischen Erdgasproduzenten, Großbritannien, wird zu diesem Zeitpunkt mehr Erdgas im Ausland einkaufen, als selbst fördern.

Bis 2030 werden sich die heutigen europäischen Einfuhren von Erdgas sogar mehr als verdoppeln. Ähnlich wie die USA und die Wachstums-Regionen China und Indien werden die hiesigen Verbraucher auf zuverlässige Lieferungen aus den großen Erdgaslagerstätten, zum Beispiel aus Westsibirien, angewiesen sein. Ein entscheidender Vorteil in dieser Situation ist die geografische Lage Europas: Rund drei Viertel der weltweiten Erdgasreserven sind in einem Umkreis von 4.000 Kilometern erreichbar.

 

Starke Positionierung

Diese gute Ausgangslage gilt es zu nutzen, indem man sich als starker Partner im Erdgasmarkt aufstellt. Dies ist zu erreichen durch:

  • langfristige Importverträge
  • eigene Erdgasförderung in den Produzentenländern
  • die Diversifizierung der Importinfrastruktur
  • der Ausbau der europäischen Speicherkapazitäten 

Neben der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem russischen Produzenten Gazprom ist vor allem der Ausbau der Infrastruktur eine Investition in die Zukunftsenergie Erdgas. So haben in den vergangenen Jahren unter anderem die WINGAS-Gruppe und E.ON Ruhrgas die Transportkapazitäten bestehender Pipelines erhöht und neue Speicher angelegt, um temporäre Lieferengpässe und Nachfragespitzen bedienen zu können.

Der Bau der Nord Stream-Pipeline und ihrer Anbindungsleitungen OPAL sowie NEL sind die jüngsten Projekte, die die bestehenden Pipeline-Netze sinnvoll ergänzen und durch die eine weiterhin sichere und faire Versorgung mit Erdgas in Europa ermöglicht wird.

Schon heute haben sich Energieversorger aus Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark an Lieferungen über diesen Transportweg interessiert gezeigt bzw. bereits Importverträge für die Zukunft abgeschlossen.


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