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18.11.2010
Archäologische Schmuckstücke auf Brandenburgs längster Erdgastrasse
OPAL-Leitung ermöglicht einzigartigen Blick unter die Erdoberfläche
Brandenburg a. d. Havel. Die Erdgasleitung OPAL quert Brandenburg auf ihrem Weg von der Ostseeküste bis nach Tschechien auf einer Strecke von 270 Kilometern. Die Wälder, Wiesen und Felder, die die Trasse auf ihrem langen Weg kreuzt, lagen nicht immer so einsam und unbewohnt wie heute. Zahlreiche archäologische Fundstücke zeugen von der Anwesenheit des Menschen in prähistorischer und historischer Zeit. Um die Zeugnisse unserer Vergangenheit zu bergen, haben seit August 2007 Archäologen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege die Leitungstrasse untersucht - mit Erfolg. Auf rund 270 Fundstellen wurden 20.516 archäologische Befunde zu Tage gefördert. Die Ausgrabungen lieferten nicht nur viele interessante Funde, sondern erlauben auch neue Einblicke in die Kulturgeschichte Brandenburgs. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich dabei über beinahe 10.000 Jahre.
Noch bis Ende November 2010 dauern die Grabungen an, dann sind auch die letzten Schätze aus Brandenburgs Erde geborgen und gesichert. "Erst wenn das letzte noch so kleine Fundstück aus der Erde geholt wurde, wird an den jeweiligen Stellen mit dem Bau begonnen", erklärt Michael Höhlschen von der WINGAS-Gruppe. Er ist für die Trassenplanung in Brandenburg zuständig. Mittlerweile sind die Mitarbeiter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege nur noch einer Stelle aktiv: In Großbahren, 50 Kilometer westlich von Cottbus, entdeckten die Archäologen ein riesiges Gräberfeld aus der Bronzezeit. Mit 350 Gräbern ist es einer der größten Friedhöfe aus der Zeit von 1300 bis 500 vor Christus.
Die Ausstellungsreihe "OPAL - Archäologische Schmuckstücke auf Brandenburgs längster Gastrasse" präsentiert Höhepunkte der Ausgrabungen entlang des Trassenverlaufs. Nachdem die Wanderausstellung bereits in fünf Städten Brandenburgs zu sehen war, wird sie nun im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg a. d. Havel ein letztes Mal gezeigt. Zahlreiche Originalfunde, Fotografien und Beschreibungen vermitteln dem Besucher ein anschauliches Bild von einer der äußerst seltenen mittelsteinzeitlichen Bestattungen ebenso wie vom vermutlich ältesten Kupferfund Brandenburgs. Vorgestellt werden zudem ein jungsteinzeitliches Erdwerk und die Relikte bronzezeitlichen Ackerbaus. Berührend sind der "Schatz" eines eisenzeitlichen Raritätensammlers und die 1500 Jahre jüngeren Totenriten der Slawen. Webhütten und Eisenverhüttungsplätze beleuchten Aspekte des Handwerks um die Zeitenwende und das - als Titelmotiv gewählte - Frauengrab Klockow die Bestattungssitten innerhalb der germanischen Gesellschaft.
Die Mitarbeiter des Landesmuseums haben für die finale Ausstellung ein neues Konzept entwickelt: Die informativen Tafeln und Vitrinen sind nicht wie bei vorangegangenen Ausstellungen chronologisch angeordnet, sondern folgen in ihrer Reihenfolge dem Trassenverlauf. "Der Besucher kann im kleinen Maßstab die Baustelle der OPAL-Leitung ablaufen und so zusammen mit uns die archäologischen Fundstücke entdecken", erklärt Prof. Dr. Franz Schopper, Stellvertretender Direktor und Landesarchäologe, die Idee hinter der besonderen Aufstellung. "Dann geht es ihm wie meinen Mitarbeitern, die auch oft nicht wussten, welcher Fund aus welcher Epoche als nächstes auf sie wartet."
"OPAL - Archäologische Schmuckstücke
auf Brandenburgs längster Gastrasse"
Eine Ausstellung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums
mit Unterstützung der WINGAS und der OPAL NEL TRANSPORT GmbH.
vom 18. November 2010 bis 3. April 2011
im Archäologischen Landesmuseum
im Paulikloster, Neustädtische Heidestraße 28,
14776 Brandenburg a. d. Havel
Sonderführung, So, 16.01.2011, 11:00 Uhr, 14:00 Uhr,
Prof. Dr. Franz Schopper, Stellvertretender Direktor und Landesarchäologe, BLDAM "Mit dem Landesarchäologen durch die Sonderausstellung"
Abendvortrag, Mi, 23.02.2011, 17:00 Uhr, Dr. Sabine Eickhoff, Referatsleiterin Großvorhaben / Sonderprojekte / Stadtarchäologie, BLDAM "OPAL - Archäologische Schmuckstücke auf Brandenburgs längster Gastrasse"
Führung, Mi 30.03.2011, 10:00 Uhr,
Sandra Lehninger M.A., Volontärin Dezernat Museum Restaurierung, BLDAM "Führung durch die Sonderausstellung"
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