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15.12.2008
Mecklenburg-Vorpommern wird europäische Erdgasdrehscheibe
Bundesland präsentiert sich potentiellen Investoren in Moskau / Energiebranche investiert über eine Milliarde Euro in hiesige Infrastruktur
Moskau/Lubmin. Der Standort Mecklenburg-Vorpommern wird in den nächsten Jahren für die Energiebranche stark an Bedeutung gewinnen. So wollen allein der russische Erdgasproduzent Gazprom und der deutsche Chemiekonzern BASF über eine Milliarde Euro in den Ausbau der hiesigen Energieinfrastruktur investieren. „Eine gesicherte Energieversorgung wird immer wichtiger. Investitionen wie die Ostseepipeline Nord Stream sichern die Energieversorgung Deutschlands und Europas und sind daher zu begrüßen“, erklärte Jürgen Seidel, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern, bei einer Investorenkonferenz in Moskau. Mit der Ostseepipeline werde ein direkter Zugang zu den weltgrößten Erdgasreserven geschaffen, davon profitiere auch Mecklenburg-Vorpommern.
„Mit der Realisierung des Gesamtvorhabens Nord Stream, den geplanten Investitionen in mehrere Kraftwerke und der Ansiedlung weiterer energieintensiver Branchen wird der Standort Lubmin zu einem bedeutenden, modernen Energieknotenpunkt ausgebaut“, sagte Seidel vor potentiellen Investoren in der russischen Hauptstadt. In Mecklenburg-Vorpommern sollen zukünftig über 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas anlanden – das entspricht rund der Hälfte des deutschen Gasverbrauches. Über die geplanten Erdgasleitungen OPAL und NEL soll das Erdgas dann weiter in Richtung Süden und Westen transportiert werden, so Seidel. Das Gesamtvorhaben Nord Stream wird nach Schätzungen inklusive der beiden Anschlussleitungen über
10 Milliarden Euro kosten und gilt als eines der wichtigsten europäischen Energieinfrastrukturprojekte.
„Neben der Realisierung der Erdgasübernahme- und Verteilerstation in Lubmin sollen allein in Mecklenburg-Vorpommern über 340 Kilometer Pipelinerohr verlegt werden“, skizziert Maik Gerstenberg von der deutsch-russischen Unternehmensgesellschaft OPAL NEL TRANSPORT die künftigen Bauprojekte im Nordosten Deutschlands. „Solche ambitionierten Vorhaben sind nur zurealisieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte der Projekt-koordinator und lobte die konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Für die Erdgasleitung OPAL, die zur deutsch-tschechischen Grenze führen soll, läuft derzeit das Planfeststellungs-verfahren, welches im Frühjahr 2009 abgeschlossen werden soll. Für die
NEL-Pipeline, die bis nach Rehden, südlich von Bremen, verlaufen soll, wurde das Raumordnungsverfahren im Spätsommer abgeschlossen. Das Planfeststellungs-verfahren ist in Vorbereitung und soll im nächsten Jahr starten.
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