Mikrotunnel
OPAL unterquert Auwald an der Peene
Die Peene mit ihren naturnahen Auenbereichen, wird von der Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung OPAL mit Hilfe eines sogenannten Mikrotunnels weiträumig in einer Tiefe von rund 20 Metern unterquert. Der Unterführungsbereich wurde zudem mit gut einen Kilometer besonders großzügig geplant – das heißt, mit einem weiten Abstand zu dem beidseitig des Flusses gelegenen Auwald und den offenen Niederungsbereichen. Somit wird sichergestellt, dass die Landschaft durch die unterirdische Verlegung der Leitung besonders geschützt ist.
Der Rohrtunnel wird aus einer Startgrube in eine Zielgrube hergestellt. Beide Baugruben werden zunächst ausgehoben und mit Hilfe sogenannter Schlitzbauwände in einer Tiefe von rund 30 Metern im Erdreich verankert. In der Startgrube wird eine Betonsohle eingezogen, die später als „Arbeitsbühne“ für die Tunnelbohrarbeiten dienen wird. Darunter befindet sich eine Drainageschicht, um die Baugrube trocken zu halten.
Das Pipelinerohr wird dann Stück für Stück in die Startgrube eingesetzt und in den Erdboden in Richtung Zielgrube gepresst. Damit beim Rohrvortrieb keine Beschädigung auftaucht, wird der Erdboden in der Stoßrichtung des Rohres mit einem rotierenden Schneidrad gelöst. Eine Betonit-Suspension sorgt dafür, die Reibung und somit den Widerstand im anliegenden Erdreich zu minimieren. Im vorderen Bereich (bergmännisch: Ortsbrust) der Tunnelbohrarbeiten hat die Suspension zusätzlich die Aufgabe, den entstandenen Hohlraum frei zu halten und die Stabilität der Umgebung zu garantieren. Dazu wird in den vorderen Hohlraum (Abbaukammer) die Betonitsuspension über eine Speiseleitung mit erhöhtem Druck eingepresst, der dem anstehenden Erd- und Wasserdruck entspricht. So wird ein unkontrolliertes Eindringen des Bodens bzw. ein Stabilitätsverlust an der Ortsbrust verhindert.
Um den notwendigen Vortrieb für die Bohrung aufzubauen, werden unterirdisch Zwischenpressstationen eingebaut, die die Pipeline Meter für Meter unter dem Auwald vorantreiben.
Das gelöste und mit der Suspension vermischte Bodenmaterial wird durch die Förderleitung zur Separieranlage außerhalb des Tunnels gepumpt, wo das Gemisch getrennt wird. Um Verstopfungen der Förderleitung zu vermeiden und ein störungsfreies Arbeiten der Förderpumpen zu gewährleisten, verhindert ein vor dem Saugstutzen angeordneter Rechen größeren Steinen und Bodenbrocken den Zugang zur Saugleitung.
Außerhalb des Tunnels wird das Bentonit-Bodengemisch in seine festen und flüssigen Bestandteile getrennt. Um das abgetragene Gemisch abzutransportieren und fachgerecht zu entsorgen, wird ein möglichst hoher Anteil der Bentonitsuspension zurückgewonnen und dem Förderkreislauf wieder zugeführt.
Die planmäßige Lage des Tunnels wird mit Hilfe eines Vermessungssystems sichergestellt. Das System ermöglicht die genaue Anzeige der Soll- und Ist-Lage der Pipeline. Durch das Ein- und Ausfahren von Steuerpressen ist es möglich, Abweichungen von der Solllage auszugleichen und den Tunnel zielgenau aufzufahren.
Die Bedienung der Mikrotunnelmaschine erfolgt grundsätzlich ferngesteuert von einem Press-/ Steuercontainer aus, der an der Geländeoberfläche direkt an der Pressgrube steht.
Details
Baugrube Innendurchmesser 11,00 m
Schlitzwandbreite 1,00 m
Schlitzwandtiefe ca. 30,00 m
Baugrubentiefe 20,00 m
Länge 190,00 m










