Projektphasen

Von der Vision einer neuen Pipeline über den ersten Spatenstich bis zum Start der Lieferung muss jede Menge schweres Material bewegt werden: Ausrüstung, Baufahrzeuge, Tonnen von Erde, noch mehr Stahl – und Papier. Das hat angesichts der Größe des Projekts nicht minder Gewicht.

Am Anfang der Planungen zur OPAL stand die Idee: Wir schaffen mehr Versorgungssicherheit für Europa und Deutschland. Der Startpunkt der Pipeline in Lubmin bei Greifwald und das Ziel an der deutsch-tschechischen Grenze bei Olbernhau wurde mit der Entscheidung über den Verlauf der Nord-Stream-Pipeline festgelegt. Doch welche Route die neue Pipeline zwischen dem Start- und Endpunkt nehmen wird, das ist Gegenstand detaillierter Untersuchungen und einem intensiven Dialog zwischen den zuständigen Behörden und dem Bauträger.


Das Raumordnungsverfahren

In einem vorbereitenden Schritt werden geografische Informationen über die geplante Route einschließlich der Varianten zusammengestellt. Die Trasseningenieure stellen die Ergebnisse der bisherigen Planungsarbeiten den zuständigen Behörden und Kommunen unter anderem in einer Antragskonferenz vor. Bei einem solchen Termin werden im Anschluss nicht nur Informationen zum möglichen Trassenverlauf oder zu lokalen Besonderheiten ausgetauscht, sondern auch der Umfang der raumordnerischen Untersuchungen und deren inhaltlichen Aufbereitung für das Raumordnungsverfahren festgelegt.

Die Verfahrensunterlagen bestehen im Wesentlichen aus Raumverträglichkeitsuntersuchung  und ersten Umweltverträglichkeitsstudie. Sie bilden die Basis für das folgende landesplanerische Raumordnungsverfahren. Auf dieser Grundlage gehen Stellungnahmen von den Trägern öffentlicher Belange, also den Behörden, Umweltverbänden aber auch von Bürgern der anliegenden Kommunen bei der Landesplanungsbehörde ein. Diese prüft dann, ob sich das Projekt mit der Landesplanung für die Region und bereits bestehenden Projekten vereinbaren lässt und ob das Vorhaben in energiewirtschaftlicher, ökonomischer, ökologischer, sozialer und kultureller Hinsicht den raumordnerischen Vorstellungen des Landes entspricht beziehungsweise mit diesen in Einklang gebracht werden kann.

Das behördliche Raumordnungsverfahren sollte innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen sein und gilt als Entscheidungsgrundlage für das darauf folgende Planfeststellungsverfahren.


Das Planfeststellungsverfahren

Für ein Energieinfrastrukturprojekt mit der Dimension der Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung ist ein konzentriertes Behördenverfahren notwendig. In diesem energiewirtschaftlichen Planfeststellungsverfahren werden sämtliche öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Belange geprüft und gegeneinander abgewogen. Waldwirtschaftliche Gesichtspunkte spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Erhalt von Schutzgebieten.

In einem Anhörungsverfahren nehmen die zuständigen Behörden Stellung zu den eingereichten Planungsunterlagen, die zudem öffentlich ausgelegt werden. Damit wird allen Parteien, die vom Projekt berührt werden, die Gelegenheit gegeben, sich zu äußern und ihre Bedenken und Anregungen in das Verfahren einzubringen. Sämtliche Stellungnahmen fließen schließlich in die Entscheidung der Planungsbehörde ein. Sie schließt das Verfahren mit einer Beschlussfassung zum Planfeststellungsverfahren ab.


Vorbereitung der Trasse

Parallel zu den behördlichen Verfahren wurden bereits weitere Projektmaßnahmen eingeleitet. Angesichts der hohen Nachfrage nach Stahl auf den internationalen Märkten haben sich die Projektbeteiligten entschlossen, die ersten Pipelinerohre zu ordern und an der Trasse bereitzustellen. Ein unternehmerisches Risiko, das bewusst eingegangen wird, um später einen zügigen Baufortschritt erzielen zu können. Gleichzeitig wurden und werden weiterhin Gespräche mit Grundstückseignern entlang der geplanten Strecke geführt.


Nach dem Startschuss

Der Bau der Pipeline erfolgt nach der Planfeststellung, der eigentlichen Baugenehmigung. In den einzelnen Abschnitten wird je ein Arbeitsstreifen von 36 Metern Breite angelegt. Das bietet ausreichend Platz, um die Baufahrzeuge zu manövrieren und die ausgehobene Erde zu lagern. Enger wird es für die Bauarbeiter in Waldgebieten, wo der Arbeitsstreifen auf 30 m beschränkt wird, um möglichst wenige Bäume einschlagen zu müssen.

Während die Schweißer beginnen, die je 18 Meter langen Pipelinestücke miteinander zu verbinden, heben Bagger den eigentlichen Rohrgraben aus. Begleitet wird diese Phase von Fachleuten, die beim Umgang mit Funden im Erdreich helfen: Seien es Kriegshinterlassenschaften wie Munition und Bomben oder auch – sehr viel erfreulicher – Zeugnisse vergangener Siedlungen. Noch bevor die Rohre in den Graben abgesenkt werden, prüfen Experten die Schweißnähte nach strengen Sicherheitsrichtlinien. Jede Schweißnaht wird in diesem Prüfungsprozess technisch abgenommen. Anschließend wird die ausgehobene Erde wieder über die Pipeline verteilt.


Als sei nichts geschehen

Mit der Absenkung der Leitung in den Rohrgraben ist die Arbeit an der Pipeline noch längst nicht abgeschlossen. Denn die Trassengrundstücke sollen nach den Bauarbeiten möglichst wieder in ihren alten Zustand zurückversetzt werden. Fachleute mit ökologischem Sachverstand begleiten daher den gesamten Prozess bis zu der abschließenden Renaturierung und Rekultivierung des Arbeitsstreifens. Vom Verlauf der Pipeline zeugen hinterher nur noch die gelben Markierungspfähle entlang der Strecke.


Kontakt

Per Mail oder telefonisch unter 0180/2001072 (6 Ct/Anruf*)

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